Der Grundumsatz bei Untergewicht

Um die elementaren Körperfunktionen, wie Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel jeden Tag aufrecht erhalten zu können, benötigt der Mensch ein gewisses Maß an Energie. Der hierfür täglich erforderliche Kalorienbedarf wird durch die Berechnung des Grund- und Leistungsumsatzes bestimmt und hilft dir beim zunehmen

Die Berechnung des Grundumsatzes

Die wesentlichen Faktoren für die Bestimmung des Grundumsatzes sind:

  • das Körpergewicht in kg, 
  • die Körpergröße in cm, 
  • das Alter in Jahren (für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene) und 
  • das Geschlecht (Männer haben genetisch bedingt eine höhere Muskelmasse als Frauen).

Der Grundumsatz bemisst den Bedarf an Energie bei einer durchschnittlichen Umgebungstemperatur von 20° Celsius im nüchternen Ruhezustand, denn bereits ohne eine ausgeübte körperliche Tätigkeit werden Kalorien verbrannt. Für die Berechnung des Leistungsumsatzes wird diese Aktivität als weitere Komponente hinzugefügt.

Die gängigste Berechnungs-Variante bezieht auch den Body Mass Index (BMI) mit ein, der das Körpergewicht in Relation zur Körperoberfläche (kg/m²) setzt. Für Normalgewichtige mit einem BMI bis 30 kg/m² gilt:

  • kcal/24h = [9,99 x Gewicht (kg) + 6,25 x Größe (cm) - 4,92 x Alter (Jahre) + Geschlecht (F:0; M:1)]
  • Man kann für das Geschlecht auch [-161] für Frauen oder [-5] für Männer setzen.

Erhöhter Grundumsatz bei Untergewicht

Mann der Grundumsatz berechnetDurch eine tägliche Lebensmittelzufuhr ist also gewährleistet, dass genügend Energie aufgenommen wird, um sämtliche Körperfunktionen in Betrieb halten zu können. Wenn nun aber nicht ausreichend gegessen wird, verringert sich die Körperoberfläche und der Körper stellt auf Sparflamme um. Damit die lebenswichtigen Funktionen, wie zum Beispiel die Regulierung der Körpertemperatur weiterhin aufrecht erhalten werden können, erhöht sich bei Menschen mit Untergewicht der tägliche Bedarf an Kalorien. Dabei ist nicht das Gesamtgewicht entscheidend, sondern die Körperzusammensetzung. Da das Muskelgewebe einen intensiveren Stoffwechsel hat, als das Fettgewebe, ist bei einer größeren Muskelmasse auch gleichzeitig der Grundumsatz höher. Aus biologischer Sicht verringert sich die Muskelmasse automatisch mit zunehmendem Alter und in der Folge verlangsamt sich der Stoffwechsel. Deshalb sinkt der Grundumsatz bei älteren Menschen wieder.

Mögliche Ursachen für Untergewicht

Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es in Deutschland fast zwei Millionen Menschen mit Untergewicht und betroffen sind davon nicht nur krankhaft magersüchtige Models mit ausgewiesenen Essstörungen. 

Die Ursachen für Untergewicht können breit gefächert sein. Menschen mit starkem Untergewicht sind nicht zwangsläufig auch unterernährt. Genetische Veranlagungen oder chronische Erkrankungen sind ebenso häufig der Grund. Die Palette reicht von geistigen oder körperlichen Einschränkungen, Laktose-Intoleranz oder Stoffwechselüberfunktionen bis hin zu AIDS bzw. HIV, Darmerkrankungen, verschiedenen Krebs-Varianten, Morbus Crohn, Schilddrüsenüberfunktionen und Tuberkulose. Außerdem können seelische Störungen mögliche Auslöser sein, die nicht selten zu Appetitlosigkeit und Depressionen führen. Oft sind auch Stress im Job oder in der Familie, finanzielle Probleme oder widrige Lebensumstände die Ursache. 

Gesund zunehmen bei Untergewicht

Magersucht und Bulimie enden in der überwiegenden Mehrzahl der auftretenden Fälle tödlich. Aber man kann versuchen, etwas gegen ein bedrohliches Maß an Untergewicht zu unternehmen. Zunächst ist der Gang zum Arzt entscheidend, denn hier kann sicher festgestellt werden, ob eine genetische oder chronische Erkrankung vorliegt. Häufig können - entsprechend der Krankheit - verschriebene Medikamente den Patienten weiterhelfen.

In vielen Fällen kann auch eine Ernährungsumstellung oder ein Muskelaufbau- bzw. Krafttraining sinnvoll sein.

Gerade bei Menschen, die aus welchem Grund auch immer zu wenig Nahrung zu sich nehmen, ist eine gesunde und ausgewogene Lebensmittelzufuhr mit einer hohen Energiedichte wichtig. Damit das hochkalorische Essen aber nicht die Fettpolster, sondern die Muskelmasse nährt, ist ein zusätzliches Krafttraining zum Muskelaufbau notwendig. Mit einem einwöchigen Ernährungsprotokoll lassen sich die Kalorien- und Nährstoffzufuhr ermitteln.

Auf Basis dieses Protokolls kann man anschließend mögliche Fehler in der Nahrungszufuhr aufdecken und einen entsprechenden Ernährungsplan zusammenstellen, der unter Berücksichtigung des individuellen Energiebedarfs, einen Überschuss an 500 kcal täglich anstrebt. Kombiniert mit einem gut durchdachten, sanften und gezielten Muskelaufbau durch Krafttraining stellt man außerdem sicher, dass die Fettpolster sich in Grenzen halten. Mit etwas Geduld und auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilt, kann man dem Untergewicht so mit einer gesunden Gewichtszunahme entgegen wirken.

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